Verhütung

Wenn von der Verlässlichkeit einer Methode zur Verhütung von Schwangerschaften die Rede ist, wird er meistens genannt: Der Pearl-Index. Er ist ein Maß für die Sicherheit einer Verhütungsmethode. So gibt er die Zahl der Schwangerschaften an, die bei 100 Frauen, die eine Verhütungsmethode ein Jahr lang anwenden, auftreten. Je niedriger der Pearl-Index, desto sicherer ist die Methode. Benannt ist der Pearl-Index nach dem amerikanischen Biologen Raymond Pearl (1879-1940).

Erfahren Sie hier mehr über den Pearl-Index und die unterschiedlichen Verlässlichkeiten der einzelnen Verhütungsmethoden.

Verschiedene Methoden zur Verhütung
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Natürliche Familienplanung (NFP)

Billings-Methode

Bei der Billings-Methode werden die fruchtbaren Tage der Frau durch tägliche Beobachtung der Beschaffenheit des Zervixschleims ermittelt. Der Zervixschleim verflüssigt sich kurz vor dem Eisprung, um das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter zu erleichtern. Während der fruchtbaren Phase lässt sich der Schleim zwischen zwei Fingern in Fäden auseinanderziehen. Ab dem 4. Tag nach Auftreten des verflüssigten Schleims beginnt die unfruchtbare Phase.

Pearl-Index: 0,4-40

Besonderheiten der natürlichen Verhütung

Grundlage

  • Beobachtung der Vorgänge im Körper
  • keine künstliche Beeinflussung der Abläufe im Körper

Voraussetzungen natürlicher Verhütung

  • stabiler Monatszyklus der Frau
  • hohes Maß an Disziplin
  • regelmäßiger Lebensrhythmus

Natürliche Verhütungsmethoden sind nicht geeignet bei unregelmäßigem Tagesablauf (z.B. Schichtarbeit) oder häufigen Reisen mit Zeitumstellung.

Vorteile der Billings-Methode

  • keine Hormonbelastung
  • können zur Empfängnisverhütung und bei Kinderwunsch eingesetzt werden.(Bei den natürlichen Methoden werden die fruchtbaren Tage bestimmt.)

Nachteile der Billings-Methode

  • Erfahrung und Disziplin notwendig
  • hoher Aufwand
  • an fruchtbaren Tagen: zusätzliche Verhütungsmittel erforderlich
  • funktionieren nur bei stabilem Zyklus und regelmäßigem Lebensrhythmus


Temperaturmethode

Ermittlung der fruchtbaren Tage durch Messung der Basaltemperatur: Morgens vor dem Aufstehen wird jeweils zur gleichen Uhrzeit die Körpertemperatur gemessen und notiert. Nach dem Eisprung steigt die Körpertemperatur um ca. 0,3-0,5°C an und bleibt bis zum Beginn der nächsten Monatsblutung auf dem erhöhten Niveau.

Ab dem 3. Tag nach Anstieg der Basaltemperatur bis zum Beginn der Monatsblutung kann eine Frau nicht schwanger werden.

Pearl-Index: 0,5-3,0

Besonderheiten der natürlichen Verhütung

  • Grundlage: Beobachtung der Vorgänge im Körper
  • keine künstliche Beeinflussung der Abläufe im Körper

Voraussetzungen der natürlichen Verhütung

  • stabiler Monatszyklus der Frau
  • hohes Maß an Disziplin
  • regelmäßiger Lebensrhythmus

Natürliche Verhütungsmethoden sind nicht geeignet bei unregelmäßigem Tagesablauf (z.B. Schichtarbeit) oder häufigen Reisen mit Zeitumstellung.

Temperaturkurve

Vorteile der Temperaturmethode

  • keine Hormonbelastung
  • kann zur Empfängnisverhütung und bei Kinderwunsch eingesetzt werden (Bei den natürlichen Methoden werden die fruchtbaren Tage bestimmt.)

Nachteile der Temperaturmethode

  • Erfahrung und Disziplin notwendig
  • hoher Aufwand
  • an fruchtbaren Tagen: zusätzliche Verhütungsmittel erforderlich
  • funktionieren nur bei stabilem Zyklus und regelmäßigem Lebensrhythmus


Hormonelle Verhütung

Die Pille: Kombinationspräparate

Die Pille ist die häufigste Form der Verhütung. Die meisten Pillen sind sogenannte Kombinations-Präparate, d.h., sie enthalten zwei Hormone. Die Minipille, die östrogenfreie Pille und die „Pille danach“ enthalten jeweils nur ein Hormon.

Das kombinierte hormonelle Kontrazeptivum („die Pille“) enthält die zwei weiblichen Hormone Östrogen und Gestagen. Die Hormone hemmen den Eisprung, machen die Gebärmutterschleimhaut dünner und verhindern so eine Schwangerschaft. Die meisten kombinierten oralen Kontrazeptiva sind in Packungen zu 21 oder 28 Tabletten erhältlich. Die Packung mit 28 Tabletten enthält gewöhnlich sieben Tabletten ohne Hormone, sogenannte Plazebos, die Sie an die tägliche Einnahme der Pille erinnern.

Pearl-Index: 0,1-1,0

Wirkung von Kombinationspräparaten

Kombinationspräparate wirken vierfach:

  • Hemmung des Eisprungs (Hauptwirkung) – Eine Befruchtung ist nicht möglich.
  • Erhöhung der Viskosität des Zervixschleims – Das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter wird erschwert.
  • Hemmung der Beweglichkeit der Eileiter – Der Transport der Eizelle im Eileiter wird verlangsamt.
  • Umwandlung der Gebärmutterschleimhaut und Hemmung ihres vollständigen Aufbaus – Die Einnistung einer Eizelle wird erschwert.

Einteilung der Kombinationspräparate

  • Einphasenpräparate: konstante Östrogen- und Gestagendosis über den gesamten Einnahmezeitraum
  • Zweiphasenpräparate: wechselnde Hormondosis
  • Zweistufenpräparate: wechselnde Hormondosis
  • Dreistufenpräparate: wechselnde Hormondosis

Verhütung mit der Pille

Was ist bei Kombinationspräparaten zu beachten?

  • Präparate mit 21 bzw. 22 Tabletten: täglich 1 Tablette, stets zur gleichen Tageszeit!
  • wenn die Pille einmal vergessen wird: Einnahme innerhalb von 12 Std. nachholen!
  • nach 21 bzw. 22 Tagen: „Pillenpause“ über 7 bzw. 6 Tage, Abbruchblutung
  • nach 6- bzw. 7-tägiger Einnahmepause: mit neuer Packung beginnen
  • Präparate mit 28 Tabletten: 21 Tabletten mit Hormonen. 7 Tabletten ohne Wirkstoff

Positive „Nebenwirkungen“ der Pille

  • regelmäßige, weniger starke und weniger schmerzhafte Blutungen
  • geringeres Risiko einer Blutarmut (Anämie)
  • Besserung einer bestehenden Akne
  • Besserung von Hirsutismus (starke Körperbehaarung)
  • Schutz vor Eierstockzysten, gutartigen Brusterkrankungen sowie Gebärmutterkrebs und Eierstockkrebs
  • Möglichkeit, die Menstruationsblutung zu verschieben

Nachteile und Nebenwirkungen der Pille

  • Regelmäßige Einnahme
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Gewichtszunahme
  • Zwischenblutungen
  • Spannungsgefühl in den Brüsten
  • Stimmungsveränderungen
  • Sexuelle Unlust
  • Bluthochdruck
  • Thrombosenbildung

Rauchende Frauen, Frauen über 35 Jahre und Frauen, die die Pille schon sehr lange einnehmen, sollten die Einnahme sorgfältig abwägen, da sich das Risiko unerwünschter gesundheitlicher Nebenwirkungen erhöht.

Koontraindikationen

Nicht jede Frau darf die Pille einnehmen. Gründe, die gegen eine Einnhame sprechen oder sie sogar verbieten, nennt man Kontraindikationen. Die Einnahme der Pille sollte daher immer mit einem Arzt abgesprochen werden.

  • hormonabhängige Tumoren
  • Leberschäden
  • schwerer Bluthochdruck
  • Stoffwechselstörungen wie Diabetes
  • Erkrankungen der Blutgefäße im Auge oder im Gehirn
  • Eine bestehende Thrombose oder eine frühere Thrombose
  • Raucherinnen

Östrogenfreie Pille

Die östrogenfreie Pille ist eine reine Gestagenpille, die das Gestagen Desogestrel enthält. Entscheidender Unterschied zur herkömmlichen Minipille ist die Hemmung des Eisprungs.

Höhere Sicherheit als bei der herkömmlichen Minipille (Sicherheit vergleichbar mit Kombinationspräparaten). Wenn die Pille gelegentlich einmal vergessen wurde, kann sie innerhalb von 12 Std. nach dem eigentlichen Einnahmetermin immer noch eingenommen werden. Sie wirkt dann nach wie vor sicher. Die östrogenfreie Pille muss kontinuierlich eingenommen werden (die „Pillenpause“ können Sie vergessen).

Pearl-Index: 0,14-0,41


Minipille

Die Minipille enthält ausschließlich Gestagen in sehr niedriger Konzentration (keine Östrogene).

Pearl-Index: 0,5-3,0

Wirkung der Minipille

  • Erhöhung der Viskosität des Zervixschleims
  • Umwandlung der Gebärmutterschleimhaut
  • Verminderung der Beweglichkeit der Eileiter

Der Eisprung wird in der Regel nicht unterdrückt. Die Einnahme darf sich nur um max. 3 Std. verzögern. Die Minipille muss kontinuierlich eingenommen werden (keine „Pillenpause“).


Verhütungspflaster

Beim Verhütungspflaster handelt es sich um ein hautfarbenes Pflaster, das Gestagen und Östrogen enthält und an Bauch, Gesäß, Oberarm oder Oberkörper aufgeklebt wird. Über die Haut gelangen dann die Hormone in die Blutbahn.

Das Pflaster wird 21 Tage angewendet. Pflasterwechsel erfolgen alle 7 Tage. Die vierte Woche ist pflasterfrei (Monatsblutung).

Pearl-Index: 0,88

Vorteile des Verhütungspflasters

  • Anwendung nur 1x in der Woche
  • Anwendung durch die Frau selbst
  • kein Wirkungsverlust bei Magen-Darm-Problemen

Nachteile des Verhütungspflasters

  • Eingriff in den Hormonhaushalt
  • Pflaster kann sich ablösen
  • sichtbare, wenig diskrete Methode
  • bei Körpergewicht über 90 kg nicht zugelassen
  • Hautreaktionen möglich


Hormonspirale (Intrauterinsystem)

Die Hormonspirale (auch: Intrauterinsystem oder IUS) ist ein kleines T-förmiges Kunststoffgebilde, welches das Hormon Gestagen enthält; am unteren Ende ist ein Faden angebracht. Der Arzt setzt das IUP vorsichtig in die Gebärmutter ein. Der Empfängnisschutz beginnt mit Einsetzen der Hormonspirale, die bis zu 5 Jahre in der Gebärmutter verbleibt. Sie unterbindet nicht den Eisprung. Das in der Hormonspirale enthaltene Gestagen wirkt lokal: Es verdickt den Zervixschleim und verändert das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut.

Pearl-Index: 0,16

Vorteile der Hormonspirale

  • keine tägliche Einnahme
  • kürzere und meist weniger schmerzhafte Monatsblutung
  • Anwendung bei Östrogen-Unverträglichkeit

Nachteile der Hormonspirale

  • Einsetzen nur durch den Arzt
  • Zyklusunregelmäßigkeiten
  • systemische Nebenwirkungen möglich
  • alle 6 Monate: Ultraschallkontrolle zur Überprüfung der korrekten Lage der Spirale notwendig

Sitz einer Hormonspirale in der Gebärmutter
Sitz einer Hormonspirale in der Gebärmutter


Dreimonats-Spritze

Die Dreimonats-Spritze enthält nur ein Gestagen in hoher Dosierung. Nach Injektion in den Muskel wird das Gestagen nach und nach in die Blutbahn freigesetzt (Depotgestagen).

Pearl-Index: 0,3-1,4

Wirkung der Dreimonats-Spritze

  • Hemmung des Eisprungs
  • Verdickung des Zervixschleims
  • Umwandlung der Gebärmutterschleimhaut

Vorteile der Dreimonats-Spritze

  • keine tägliche Einnahme
  • Anwendung bei Östrogen-Unverträglichkeit

Nachteile der Dreimonats-Spritze

  • kann nur vom Arzt durchgeführt werden
  • Nebenwirkungen durch hohe Gestagenmengen
  • Zyklusunregelmäßigkeiten
  • nach Absetzen des Präparates: Dauer von bis zu einem Jahr, bis der Eisprung wieder einsetzt

Verhütungsring (Vaginalring)

Der Verhütungsring (auch: Vaginalring) ist eine neuartige hormonelle Verhütungsmethode, die nur 1 x im Monat angewendet werden muss. Der Ring wird von der Frau selbst – so einfach wie ein Tampon – in die Scheide eingelegt und verbleibt dort 3 Wochen. Die empfängnisverhütende Wirkung ist dabei vergleichbar mit der Anti-Baby-Pille. Dabei kommt der Verhütungsring mit weniger Hormonen aus und ist daher gut verträglich.

Der Verhütungsring ist ein flexibler, transparenter Ring, der sich optimal der Scheide anpasst und normalerweise nicht zu spüren ist.

Bezogen auf den Östrogengehalt ist der Verhütungsring das niedrigst dosierte kombinierte hormonelle Verhütungsmittel, das derzeit in Deutschland erhältlich ist. Weniger Östrogene bedeutet, dass Nebenwirkungen wie Wassereinlagerungen, Brustspannen und Übelkeit seltener auftreten als bei der Anti-Baby-Pille. Ein großer Vorteil: Mit dem Verhütungsring wird die empfängnisverhütende Wirkung selbst bei Magen-Darm-Problemen nicht beeinträchtigt.

Pearl-Index: 0,65

Vorteile des Verhütungsrings

  • Anwendung nur 1x im Monat
  • einfach anzuwenden wie ein Tampon
  • sicherer Schutz
  • konstante und niedrige Hormondosierung
  • stabiler Zyklus
  • kein Wirkungsverlust bei Magen-Darm-Problemen

Nachteile des Verhütungsrings

  • Eingriff in den Hormonhaushalt
  • Fremdkörpergefühl möglich

Verhütung mit Verhütungsring


Verhütungsstäbchen (Hormonimplantat)

Das Verhütungsstäbchen (Hormon-Implantat) besteht aus einem ca. 4 cm langen flexiblen Stäbchen, das vom Frauenarzt unter die Haut des Oberarms eingelegt wird. Das Implantat gibt langsam das Hormon Etonogestrel ab, das den Eisprung hemmt und den Schleim im Gebärmutterhals verdickt, so dass die Samenzellen daran gehindert werden, die Eizelle zu erreichen.

Pearl-Index: Obwohl kein direkter Vergleich angestellt wurde, scheint die kontrazeptive Wirksamkeit des Verhütungsstäbchens mindestens mit der oraler Kontrazeptiva vergleichbar zu sein.

Die Wirkungen des Verhütungsstäbchens

  • Hemmung des Eisprung
  • Erhöhung der Viskosität des Zervixschleims
  • Verhütende Wirkung für 3 Jahre

Vorteile des Verhütungsstäbchens

  • keine tägliche Einnahme
  • Verhütung über drei Jahre
  • sichere reversible Methode

Nachteile des Verhütungsstäbchens

  • sollte nur von erfahrenem Arzt eingesetzt werden
  • Blutungsstörungen möglich
  • Verschlechterung einer bestehenden Akne möglich

„Die Pille danach“

„Die Pille danach“ ist eine Notfalllösung nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Sie ist keine Verhütung im eigentlichen Sinne und somit kein Ersatz für die „normale“ Pille. Etwa 12-24 Stunden, spätestens 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr, müssen 2 Tabletten eingenommen werden. „Die Pille danach“ enthält ein Gestagen in sehr hoher Dosierung. Abhängig vom Einnahmezeitpunkt im Zyklus hemmt sie den Eisprung oder verhindert sie die Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut



Mechanische Verhütung (Barrieren)

Kondom

Einziges Verhütungsmittel für den Mann. Besteht in der Regel aus Latex (Alternativen z.B. aus Polyurethan) und wird über das steife Glied gestreift. An der Spitze befindet sich eine kleine Kammer (Reservoir), die die Samenflüssigkeit aufnimmt.

Ein Kondom ist zum einmaligen Gebrauch bestimmt. Um eine bessere Wirkung zu erzielen, sollte das Kondom mit einem Spermizid verwendet werden.

Pearl-Index: 2-12

Wirkung des Kondoms

Samenflüssigkeit wird aufgefangen. Spermien können nicht in Scheide und Gebärmutter eindringen.Schützt auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten (z.B. AIDS)!

Vorteile des Kondoms

  • keine Hormonbelastung
  • keine Anpassung durch den Arzt erforderlich
  • Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten
  • rezeptfrei erhältlich

Nachteile des Kondoms

  • keine permanente Verhütung
  • keine sichere Verhütung, wenn nicht sorgfältig angewendet
  • kann als störend empfunden werden (Liebesspiel wird unter-brochen; Beeinträchtigung der Empfindungsstärke)
  • Latex-Allergie (selten). Alternative: Polyurethan-Kondome

Kondome
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Diaphragma (Scheidenpessar)

Das Diaphragma (auch: Scheidenpessar) ist eine Gummikappe, die den Gebärmutterhals abdeckt. Es muss vom Arzt angepasst werden. Das Diaphragma hindert die Samenzellen daran, in die Gebärmutter einzudringen. Es muss mindestens 8 Stunden, aber nicht länger als 24 Stunden nach dem Intimverkehr verbleiben.

Sie müssen das Diaphragma bei jedem Intimverkehr benutzen. Um eine bessere Wirkung zu erzielen, sollte das Diaphragma mit einem Spermizid (Samenzellen abtötendes Mittel) verwendet werden.

Pearl-Index: 1-20 (in Kombination mit einem spermienabtötenden Mittel)

Vorteile des Diaphragmas

  • keine Hormonbelastung
  • keine tägliche Einnahme
  • eigenständiges Einsetzen und Entfernen

Nachteile des Diaphragmas

  • keine permanente Verhütung
  • Anpassung der Größe durch den Arzt erforderlich
  • Einsetzen erfordert Zeit und Übung
  • Latex-Allergie möglich
  • Portiokappe kann leicht vom Muttermund abrutschen

Kupferspirale (Intrauterinpessar)

Die Spirale (auch: Intrauterinpessar oder IUP) ist ein kleines T-förmiges Kunststoffgebilde mit einem Kupferdraht und einem am unteren Ende angebrachten Nylonfaden. Der Arzt setzt die Spirale vorsichtig in die Gebärmutter ein.

Der Kupferdraht führt zu chemischen Veränderungen innerhalb der Gebärmutter, die hauptsächlich die Befruchtung der Eizelle durch die Samenzelle verhindert, aber auch die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindern kann.

Pearl-Index: 0,4-2,0

Wirkungsweise nicht eindeutig geklärt

  • vermutlich Fremdkörperreaktion
  • Hemmung der Einnistung einer Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut

Vorteile der Spirale

  • keine tägliche Einnahme
  • Verhütung für 3 – 5 Jahre
  • keine systemischen Wirkungen
  • Anwendung während der Stillzeit möglich

Nachteile der Spirale

  • muss vom Arzt eingesetzt werden
  • nicht so sicher wie die Pille
  • Ultraschallkontrolle alle 6 Monate zur Überprüfung der korrekten Lage erforderlich
  • Regelblutung in der Anfangszeit oft stärker und schmerzhafter
  • Spontanausstoßung möglich
  • höheres Risiko für Eileiter-Schwangerschaft

Portiokappe (Okklusivpessar)

Eine Portiokappe (auch: Okklusivpessar) ist eine weiche kleine Gummikappe mit einem runden Rand, der sich dem Gebärmutterhals anschmiegt. Durch die Saugwirkung verbleibt die Kappe an ihrem Platz. Die Portiokappe hindert die Samenzellen daran, in die Gebärmutter einzudringen. Die Portiokappe muss vom Arzt angepasst werden.

Sie müssen die Portiokappe bei jedem Intimverkehr benutzen. Sie wird vor dem Geschlechtsverkehr (mind. ½ Std.) in die Scheide bis zum Muttermund eingeführt.

Um eine optimale Wirkung zu erzielen, sollte die Portiokappe mit einem Spermizid verwendet werden.  Die Portiokappe muss nach dem Geschlechtsverkehr 2-3 Tage in der Scheide verbleiben.

Pearl-Index: 5-10

Vorteile der Portiokappe

  • keine Hormonbelastung
  • keine tägliche Einnahme
  • eigenständiges Einsetzen und Entfernen (gilt nur für einige Modelle)

Nachteile der Portiokappe

  • keine permanente Verhütung
  • Anpassung der Größe .durch den Arzt erforderlich
  • Einsetzen erfordert Zeit und Übung
  • Latex-Allergie möglich
  • Portiokappe kann leicht vom Muttermund abrutschen



Chemische Verhütung

Mittel mit spermienabtötender Wirkung in Form von Salben, Gels, Zäpfchen, Schaum oder Sprays. Die Mittel werden kurz vor dem Geschlechtsverkehr tief in die Scheide eingeführt.

Chemische Mittel sollten immer mit Barrieremethoden (Kondom, Diaphragma oder Portiokappe) kombiniert werden, da die alleinige Verwendung keine sichere Verhütung bietet.

Pearl-Index: 3-21



Operative Verhütungsmethoden

Sterilisation

Bei der Sterilisation handelt es sich um eine dauerhafte Empfängnisverhütung, die nicht mehr rückgängig zu machen ist. Dabei wird Unfruchtbarkeit durch einen chirurgischen Eingriff herbeigeführt:

  • bei der Frau: Verschluss der Eileiter
  • beim Mann: Durchtrennung der Samenleiter

Die Methode ist nur für Paare geeignet, die ihre Familienplanung abgeschlossen haben.

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