Regelschmerzen


In der Medizin bezeichnet man Regelschmerzen meist als Dysmenorrhoe. Bei den Regelschmerzen handelt es sich um zahlreiche unterschiedliche Symptome, die sowohl vor als auch während der Menstruation auftreten können. Häufig treten diese Symptome gemeinsam mit dem prämenstruellen Syndrom auf. Beide Beschwerdearten werden für gewöhnlich unter dem Begriff Menstruationsbeschwerden zusammengefasst.

Welche Arten von Regelschmerzen gibt es?

Man unterscheidet die Regelschmerzen grundsätzlich in zwei unterschiedliche Arten. Neben den primären Regelschmerzen können während eines Zyklus ebenfalls die sogenannten sekundären Regelschmerzen auftreten.

Die Menstruationsbeschwerden sind in der gynäkologischen Diagnostik ein wichtiger Hinweis auf die Gesundheit einer Frau und lassen Rückschlüsse auf den Zustand der weiblichen Geschlechtsorgane zu.

Statistische Erhebungen haben jedoch ergeben, dass lediglich 25 bis 35 % aller Frauen tatsächlich an ausgeprägten Menstruationsbeschwerden leiden.

Frau mit Regelschmerzen
© Andrey Popov / Fotolia

Die primäre Dysmenorrhoe

Primäre Regelschmerzen bzw. primäre Dysmenorrhoe setzen für gewöhnlich kurz nach der Menarche ein. Unter der Menarche versteht man in der Medizin das erste Auftreten der Regelblutung während der Pubertät. In Deutschland tritt die Menarche bei den meisten Mädchen im Alter von zehn bis 16 Jahren auf. In seltenen Fällen kann sie jedoch sowohl früher als auch später auftreten. Die Menarche signalisiert dabei noch nicht die Fruchtbarkeit des Mädchens. Diese tritt für gewöhnlich erst ein bis zwei Jahre später auf.

Betroffene Frauen leiden meist bis zum Eintreten der Menopause (in Deutschland meist im Alter von 45 – 55 Jahren) an den primären Regelschmerzen.

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Der Auslöser für diese Schmerzen sind die sogenannten Prostaglandine. Dabei handelt es sich um körpereigene Schmerzbotenstoffe. Diese Botenstoffe verursachen während der Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut ein Zusammenziehen der Muskulatur der gesamten Gebärmutter. Während dieser Muskelkontraktion wird die Gebärmutter deutlich schwächer durchblutet. Auf diese Weise entsteht ein starker und langanhaltender Schmerz. Sowohl seelische Belastungen als auch Stress in dieser Zeit können die wahrgenommenen Symptome deutlich verstärken.

Die grundsätzliche Ursache der primären Regelschmerzen ist die Menstruation selbst.

Symptome der primären Dysmenorrhoe

Betroffene Frauen leiden an

  • krampfartigen Unterleibsschmerzen (insbesondere jüngere, schlanke Frauen haben starke Schmerzen)
  • Kopfschmerzen
  • allgemeinem Unwohlsein mit unerklärlichem Völlegefühl oder schwerer Übelkeit (teilweise mit Erbrechen)

Der aus den Schmerzen resultierende Stress kann sogar schweren Durchfall hervorrufen. Aus diesem Grund wird zahlreichen Frauen jeden Monat für mehrere Tage eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von ihrem Arzt ausgestellt.

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Arbeitsrechtliche Besonderheiten

Aufgrund der primären Regelschmerzen dürfen Frauen in vielen Ländern auf der Welt einmal monatlich einen zusätzlichen Tag bezahlten Urlaub nehmen. Dieser kann sogar spontan angemeldet werden. Diese Regelung ist insbesondere in asiatischen Ländern wie Japan und Korea etabliert. In Indonesien werden sogar zwei und in Taiwan drei Tage pro Monat gewährt.

Ähnliche Regelungen sind aktuell auch in Europa im Gespräch, in Italien ist bereits ein Gesetzentwurf vorgelegt.

Die sekundäre Dysmenorrhoe

Neben den primären Regelschmerzen können sich auch sekundäre Regelschmerzen bemerkbar machen. Organische Veränderungen sowie unterschiedliche Erkrankungen lösen diese Schmerzen aus. Sie treten normalerweise erst zu einem deutlich späteren Zeitpunkt im Leben einer Frau auf. Das liegt vor allem daran, dass sekundäre Regelschmerzen immer einen Auslöser benötigen. Im Gegensatz zur primären Dysmenrorhoe zeigen sie sich nicht regelhaft.

Eine der häufigsten Ursachen von sekundären Regelschmerzen ist eine sogenannte Endometriose. Dabei handelt es sich um eine Wucherung an der Gebärmutterschleimhaut, die erst im fortgeschrittenen, gebärfähigen Alter auftreten kann. Diese Erkrankung tritt aktuell bei mehr als zehn Prozent aller Frauen auf. Dennoch bleibt sie in vielen Fällen unerkannt. Darüber hinaus können ebenfalls Gebärmutterentzündungen sowie Myome zu sekundären Regelschmerzen führen. Bei Myomen handelt es sich um krankhafte Geschwülste, die sich in der Gebärmutter bilden können.

Neben krankhaften Ursachen können sekundäre Regelschmerzen ebenfalls durch mechanische Ursachen entstehen. In den meisten Fällen treten diese Schmerzen durch die langfristige Verwendung von mechanischen Verhütungsmitteln auf. Insbesondere Frauen, die eine Spirale zur Verhütung verwenden, leiden häufig an diesen Symptomen. Weiterhin kann ebenfalls ein Scheidenpessar zur Bildung dieser Schmerzen führen. Ein Scheidenpessar ist ein mechanisches Verhütungsmittel, das den Muttermund abdeckt, um das Eindringen von Spermien zu vermeiden.

Letztlich können ebenfalls psychische Belastungen die Ursache für diese Schmerzen sein. Neben einem unerfüllten Kinderwunsch haben sowohl Beziehungsprobleme mit dem Partner, Probleme in der Sexualität als auch berufliche Probleme bereits sekundäre Regelschmerzen ausgelöst. Auch finanzielle Probleme können dazu führen, dass Frauen ihre Menstruationsblutungen als unangenehm oder schmerzhaft empfinden.

Wie können Regelschmerzen gelindert werden?

Für die Behandlung von schweren Regelschmerzen werden zahlreiche unterschiedliche therapeutische Mittel eingesetzt. Bei besonders starken Schmerzen sollte vom zuständigen Gynäkologen dringend eine organische Erkrankung ausgeschlossen werden.

In der Regel setzen Ärzte auf starke Schmerzmittel, um die Regelschmerzen auf ein erträgliches Maß zu senken. In der Praxis haben sich insbesondere Schmerzmittel als äußerst effektiv bewährt, die auf Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen basieren. Acetylsalicylsäure ist den meisten Menschen vorrangig unter dem Namen Aspirin bekannt.

Starke Schmerzen werden in den meisten Fällen mit NSAR behandelt. Dabei handelt es sich um ein Schmerzmittel, das die Bildung von Hormonen verhindert, welche für eine gesteigerte Schmerzwahrnehmung sorgen.

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Welche Hausmittel helfen gegen Regelschmerzen?

Wenn Frauen jedoch auf die Einnahme von Schmerzmitteln verzichten möchten, können die Regelschmerzen auch durch einfache Hausmittel deutlich gemindert werden. Bei starken Schmerzen hat sich Wärme als erfolgreich erwiesen. Aus diesem Grund sorgt der Aufenthalt in einer Sauna sowie ein warmes Bad für eine deutliche Besserung der Schmerzen. Darüber hinaus führen ebenfalls eine Wärmflasche sowie ein erhitztes Körnerkissen zu einer direkten Linderung der Schmerzen.

Außerdem sind zahlreiche Inhaltsstoffe von Heilkräutern und Gewürzen für ihre schmerzlindernden Eigenschaften bekannt. In den meisten Fällen sorgt der Konsum größerer Mengen von Mönchspfeffer, Johanniskraut oder Schafgarbe zu einer sofortigen Besserung der Symptome. Weiterhin werden ebenfalls Melisse, Kamillenblüten und Frauenmantel erfolgreich bei Regelschmerzen eingesetzt. Neben Gänsefingerkraut und Traubensilberkerzen kann ebenfalls Nachtkerzenöl und Brennnesselsaft die Schmerzen deutlich lindern. Diese Hausmittel werden für gewöhnlich in Kapseln oder Tropfen eingenommen oder als Tee aufgebrüht.

Letztlich sorgen ebenfalls einige vorsichtige Bewegungsabläufe zu einer deutlichen Linderung der Schmerzen. Aus diesem Grund sind zahlreiche Entspannungstechniken wie Yoga, autogenes Training, Gymnastik oder Meditation bei vielen Frauen beliebt. Sowohl die behutsamen Bewegungsabläufe als auch die aktive Entspannung bei der Durchführung dieser Praktiken sorgt für eine spürbare Linderung der Regelschmerzen.