Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen)



Nahezu jede Frau kennt verschiedene Arten von Zyklusstörungen: Sei es, dass die Periode zu früh beginnt, zu schwache oder zu starke Regelblutungen auftreten oder die Periode ganz ausbleibt. Es kann aber durchaus auch vorkommen, dass es zu Zwischenblutungen oder zu sogenannten Schmierblutungen kommt.

Die verschiedenen Formen von Menstruationsstörungen

Bei den meisten Mädchen setzt die Menstruation in der Pubertät zwischen dem 12. und dem 15. Lebensjahr ein. Im Normalfall dauert die Regelblutung vier bis fünf Tage lang an und ist am zweiten Tag am stärksten.

Der weibliche Zyklus beginnt mit dem ersten Blutungstag und dauert im Durchschnitt 28 Tage. Ist die Regelblutung bei einer normalen Zyklusdauer normal stark, wird das in der Medizin als Eumenorrhoe bezeichnet.

Der weibliche Menstruationszyklus
Der weibliche Menstruationszyklus

Grundsätzlich lassen sich Zyklusstörungen in zwei Gruppen einteilen. Die Einteilung wird danach vorgenommen, ob die Dauer oder die Stärke von der normalen Regelblutung abweicht.

So weichen bei den sogenannten Rhythmusstörungen die Intervalle der Blutung ab. In diese Gruppe fallen folgende Zyklusstörungen:

  • Amenorrhoe: Die Blutung bleibt vollständig aus oder dauert über mehrere Monate hinweg an
  • Oligomenorrhoe: Der Zyklus dauert über einen Zeitraum von mehr als 35 Tagen
  • Polymenorrhoe: Der Zyklus ist auf weniger als 25 Tage verkürzt

Weicht die Blutungsstärke von der Normalität ab, handelt es sich um eine Typusstörung. Hierzu zählen folgende Erscheinungen:

  • Hypermenorrhoe: Die Regelblutung ist sehr stark
  • Hypomenorrhoe: Die Regelblutung ist schwach und dauert nur kurz an
  • Menorrhagie: Die Regelblutung ist stark und dauert übermäßig lang an

Unter diese Gruppe von Zyklusstörungen fallen auch Schmierblutungen. Diese können vor, nach oder während der Menstruation auftreten.

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Wodurch wird eine Zyklusstörung verursacht?

Eine Zyklusstörung kann auf eine Vielzahl von Ursachen zurückgehen. Beispielsweise

  • Unregelmäßigkeiten im Hormonhaushalt
  • Erkrankungen
  • Nieren
  • Leber
  • Schilddrüse
  • Geschlechtsorgane
  • Diabetes mellitus
  • genetische Defekte

Auf den Zyklus der Frau können sich aber auch psychische Belastungen, die Ernährungsgewohnheiten oder Leistungssport auswirken.

Amenorrhoe: Wenn die Periode ausbleibt

Für eine Amenorrhoe sind meistens erbliche Ursachen verantwortlich, aber auch Fehlbildungen der Geschlechtsorgane können Auslöser sein. In diesem Fall muss die Ursache der Zyklusstörung unbedingt abgeklärt werden.

Wenn nach einem normalen Ablauf der Menstruationsblutungen und diese dann über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten ausbleiben, spricht man von einer sekundären Amenorrhoe.

Bei etwa 75 Prozent der Betroffenen liegt die Ursache in einer Funktionsstörung des Hypothalamus, also eines Abschnitts des Zwischenhirns.

Wird die sekundäre Amenorrhoe hingegen von hormonellen Fehlsteuerungen verursacht, steckt oft ein psychisches Ereignis hinter der Zyklusstörung, beispielsweise:

  • seelische Anspannung vor einer Entscheidung
  • familiäre Ereignisse
  • ein Auslandsaufenthalt, mit dem ein Klimawechsel einhergeht
  • sonstige außergewöhnliche Belastungen

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Ein typisches und bekanntes Phänomen ist in diesem Zusammenhang etwa die Scheinschwangerschaft. Hier zeigt sich, dass seelische Einflüsse eine Veränderung am Körper zur Folge haben können, die einer echten Schwangerschaft täuschend ähneln. Als weitere Ursache für eine sekundäre Amenorrhoe kommen auch organische Erkrankungen wie Entzündungen, Geschwulste, Verletzungen in Frage.

Bleibt die Periode aus, können ferner andere hormonproduzierende Drüsen erkrankt sein. Beispielsweise kann es der Fall sein, dass im Körper zu viele männliche Geschlechtshormone oder Cortisol gebildet werden. Des Weiteren kommt eine Unterfunktion von Schilddrüse oder Nebennierenrinde als Ursache einer Zyklusstörung in Frage.

Verschiedene Medikamente wie Hormonpräparate, blutdrucksenkende Mittel oder Psychopharmaka können in seltenen Fällen ebenfalls eine Zyklusstörung verursachen. Weitere Risikofaktoren sind:

  • extreme Schwankungen des Körpergewichtes
  • Belastungen durch Sport
  • Essstörungen, beispielsweise eine Magersucht
  • das Absetzen der Antibabypille
  • Schwangerschaft sowie Geburt

Ursachen einer Polymenorrhoe und einer Oligomenorrhoe

Natürliche hormonelle Veränderungen sind die Ursache für Zyklusstörungen, bei denen die Intervalle der Menstruation von der Norm abweichen. Diese treten üblicherweise nach der ersten Regelblutung sowie vor dem Beginn der Wechseljahre auf. Der Grund: In diesen Lebensphasen befindet sich der Hormonhaushalt in einem Umbruch.

Derartige Zyklusstörungen können aber auch durch psychische Belastungen oder Stress hervorgerufen werden. Eine Verkürzung der Menstruation ist auch möglich, wenn eine Funktionsstörung der Eierstöcke auftritt.

Die Ursachen von sehr starken und sehr langen Regelblutungen

Erkrankungen der Geschlechtsorgane sind oft die Ursache von starken und langen Regelblutungen. Des Weiteren kommen allgemeine Krankheiten wie etwa Blut-, Nieren- und Herzkrankheiten als Ursache in Frage.

Seltener haben diese Zyklusstörungen funktionell-hormonelle Ursachen, beispielsweise eine unterentwickelte Gebärmutter.

Ursachen einer schwachen Regelblutung

Eine Funktionsschwäche der Eierstöcke kann eine zu schwache Regelblutung auslösen. Ferner kommen als Ursachen in Frage:

  • bevorstehender oder schon erfolgter Eintritt in die Wechseljahre
  • nach einer Ausschabung wurde zu wenig Gebärmutterschleimhaut neu aufgebaut
  • Übergewicht
  • hormonelle Verhütung

Dadurch werden unregelmäßige Regelblutungen verursacht

Treten neben der normalen Regelblutung auch Zwischenblutungen auf, stecken vielfach hormonelle Ursachen dahinter. Besonders häufig treten unregelmäßige Blutungen während der Pubertät sowie der Wechseljahre auf. Ein weiterer Grund kann in organischen Ursachen, etwa einer Gebärmutterentzündung, liegen.

Welche Symptome treten bei einer Zyklusstörung auf?

Neben dem Ausbleiben können bei Zyklusstörungen weitere Symptome auftreten. Diese hängen jedoch davon ab, um welche Art der Störung es sich handelt:

  • Bleibt die Periode aus, gibt es meist keine weiteren Symptome
  • Weitere Beschwerden treten auch bei einem verlängerten Menstruationszyklus nicht auf
  • Müdigkeit und ein Abfall der Leistungsfähigkeit können einen verkürzten Menstruationszyklus begleiten. Vor allem bei einer Blutarmut werden diese Symptome festgestellt
  • Ebenso verhält es sich bei einer verstärkten Regelblutung
  • Zu schwache Regelblutungen sind meist ansonsten beschwerdefrei
  • Starke Müdigkeit bis hin zur Bettlägerigkeit tritt bei übermäßig langen Regelblutungen auf, vor allem, wenn eine gleichzeitige Blutarmut vorliegt
  • In der Regel werden unregelmäßige Regelblutungen nicht von weiteren Beschwerden begleitet

Grundsätzlich können bei allen Arten von Zyklusstörungen aber Regelschmerzen sowie Rücken- und Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auftreten.

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Diagnose und Therapie

Bei einem Verdacht auf Zyklusstörungen untersucht der Arzt zunächst einmal die Krankengeschichte der Patientin. Weil sich Zyklusstörungen äußerst vielfältig äußern können, muss die Problematik möglichst genau beschrieben werden, wofür oft eine monatelange Beobachtung des Zyklus notwendig ist.

Welche Therapie letztlich durchgeführt wird, richtet sich nach den Ursachen der Zyklusstörungen. Während sich beispielsweise organische Ursachen operativ beheben lassen, können bei Stress Entspannungsübungen – wie etwa die Progressive Muskelentspannung – helfen.

In aller Regel lassen sich Zyklusstörungen relativ schnell beheben, eine Vorbeugung ist vielfach jedoch nicht möglich.