Prämenstruelles Syndrom (PMS)


Der Begriff „Prämenstruelles Syndrom“ (PMS) bezeichnet einen Symptomkomplex aus körperlichen und seelischen Beschwerden. Er tritt regelmäßig einige Tage vor der Menstruation auf und verschwindet mit dem Einsetzen der Regelblutung wieder.

Charakteristische Symptome des prämenstruellen Syndroms sind unter anderem Reizbarkeit, Brustspannen und Abgeschlagenheit. Als Ursachen kommen hormonelle Schwankungen während des weiblichen Zyklus sowie bestimmte Ernährungs- und Lebensgewohnheiten infrage.

Kopfschmerzen zählen zu den Symptomen des PMS
© fred goldstein / Fotolia

Definition: Prämenstruelles Syndrom

Als prämenstruelles Syndrom – kurz PMS – werden charakteristische Beschwerden bezeichnet, die regelmäßig etwa 4 bis 14 Tage vor der Regelblutung beginnen. Mit dem Einsetzen der Periode lassen die Symptome typischerweise nach und verschwinden.

Zu den körperlichen Symptomen des prämenstruellen Syndroms (PMS) gehören unter anderem

  • Wasseransammlungen im Körper
  • Brustspannen
  • Bauch-, Kopf- und Rückenschmerzen
  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit

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Auf psychisch-emotionaler Ebene äußert sich das PMS unter anderem durch

  • Stimmungsschwankungen
  • Reizbarkeit
  • depressive Verstimmungen
  • Konzentrationsprobleme
  • Schlafstörungen
  • Antriebslosigkeit
  • Ängstlichkeit

Arztsuche

Das PMS kann von Frau zu Frau unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Während einige Frauen vor dem Einsetzen der Menstruationsblutung keine bzw. kaum Beschwerden haben, sind andere aufgrund dessen erheblich in ihrer Lebensqualität eingeschränkt.

So hat PMS bei etwa 5 Prozent der betroffenen Frauen so starke Auswirkungen auf deren Alltagsleben, dass es zu wiederkehrenden Konflikten im Privat- und Berufsleben kommt. Diese besonders schwere Form des PMS gilt als eigenständige psychische Erkrankung und wird als prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) bezeichnet.

Häufigkeit des PMS

Das Syndrom tritt in unterschiedlicher Stärke und Ausprägung bei etwa 75 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter auf. Vor allem Frauen über 35 leiden häufig unter dem prämenstruellen Syndrom und den damit verbundenen Beschwerden. Übergewichtige Frauen sind dabei öfter betroffen als normalgewichtige Frauen. Etwa 5 Prozent der betroffenen Frauen sind durch die Störung stark in ihrem Alltagsleben eingeschränkt.

Ursachen des PMS

Wodurch genau das prämenstruelle Syndrom verursacht wird, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich können mehrere Gründe verantwortlich sein.

Die Hormonschwankungen während des weiblichen Zyklus, die zu einem hormonellen Ungleichgewicht von Östrogen und Progesteron führen, sind möglicherweise Auslöser. So steigt nach dem Eisprung in der Mitte des Zyklus der Progesteronspiegel an, während der Östrogenspiegel sinkt. Diese zyklischen Veränderungen des Hormonspiegels führen zu Wassereinlagerungen im Körper und beeinflussen Vermutungen zufolge auch die Produktion und Wirkung der Neurotransmitter im Gehirn.

Andere Theorien gehen davon aus, dass das PMS eher eine psychiatrische Erkrankung aus der Gruppe der Depressionen ist. Zu den Verursachern der charakteristischen PMS-Beschwerden zählen deshalb auch

  • familiäre Vorbelastung mit psychischen Erkrankungen
  • psychosoziale Konflikte wie
    • Stress
    • Beziehungsprobleme
    • berufliche Überlastung

Weitere mögliche Faktoren sind ein Mangel an Bewegung und körperlicher Fitness sowie eine falsche Ernährung mit zu viel

  • Zucker
  • Alkohol
  • Koffein
  • Nikotin

Symptome des PMS

Das prämenstruelle Syndrom kann in den Tagen vor der Regelblutung eine Vielzahl unterschiedlicher Symptome auslösen, die von Frau zu Frau und auch von Mal zu Mal variieren. Eine Unterscheidung zwischen körperlichen und psychischen Symptomen ist möglich. Mit dem Einsetzen der Regelblutung lassen diese Beschwerden meist wieder nach und verschwinden am ersten oder zweiten Tag der Periode ganz.

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Körperliche Symptome

Das häufigste körperliche Symptom des PMS ist die Neigung zu Wassereinlagerungen (Ödemen) im Gewebe, beispielsweise in den Knöcheln und Lidern, die zu einer Gewichtszunahme führen.

Weitere körperliche Beschwerden sind

  • gespannte und schmerzhaft ziehende Brüste
  • Unterleibsschmerzen und Bauchkrämpfe
  • Kopf- und Rückenschmerzen
  • Kreislaufprobleme
  • Appetitveränderungen wie Heißhunger oder Appetitlosigkeit
  • Völlegefühl
  • Verstopfung und Blähungen
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Hitzewallungen und Schweißausbrüche
  • Schwindelanfälle

Psychische Symptome

Die psychischen Symptome des prämenstruellen Syndroms äußern sich unter anderem in

  • Stimmungsschwankungen zwischen Traurigkeit und Euphorie
  • Reizbarkeit
  • Wutanfälle
  • depressive Verstimmungen
  • Angstzustände
  • Schlaf- und Konzentrationsstörungen
  • Antriebslosigkeit oder Hyperaktivität

Diagnose des PMS

Die Diagnose erfolgt in erster Linie anhand der typischen PMS-Beschwerden, die lediglich in den Tagen vor der Regelblutung auftreten.

Hierzu befragt der Arzt die betroffene Frau im Rahmen eines Anamnesegesprächs zu ihrer Krankengeschichte und den individuellen Beschwerden. Anhand einer körperlichen Untersuchung kann der Arzt zudem anschließend andere Ursachen für die Beschwerden, wie etwa eine Schilddrüsenunterfunktion oder den Beginn der Wechseljahre, ausschließen. Im Rahmen einer Laboruntersuchung wird auch der Hormonspiegel auf ein mögliches Ungleichgewicht untersucht.

Behandlung des PMS

Die Behandlung des prämenstruellen Syndroms richtet sich nach der Art und Schwere der vorliegenden Beschwerden.

In leichten Fällen ist meist keine spezielle Therapie notwendig. Hier genügt es, wenn die Frau auf ausreichend Schlaf und körperliche Bewegung sowie auf eine ausgewogene Ernährung achtet. Auch entspannende Maßnahmen wie

  • heiße Bäder,
  • Spaziergänge oder
  • Radfahren an der Luft,
  • Massagen und
  • Entspannungsübungen

können ausreichen, um die charakteristischen Beschwerden des prämenstruellen Syndroms zu lindern.

In schweren Fällen kann eine spezielle Therapie mit Medikamenten notwendig sein.

Medikamentöse Behandlung

Für die medikamentöse Therapie stehen beispielsweise pflanzliche Präparate aus

  • Mönchspfeffer
  • Johanniskraut
  • Wolfstrapp
  • Keuschlammextrakt
  • Nahrungsergänzungsmittel wie Kalzium-, Vitamin B- und Magnesium-Präparate

Schmerzen können unter anderem symptomatisch mit Ibuprofen behandelt werden. Gegen Wassereinlagerungen helfen ausschwemmende Medikamente (sogenannte Diuretika) wie beispielsweise Spironolacton.

Die psychischen Beschwerden, insbesondere depressive Verstimmungen und starke Stimmungsschwankungen, lassen sich mit stimmungsaufhellenden Medikamenten wie Antidepressiva behandeln. Darüber hinaus kann auch eine hormonelle Therapie mit Ovulationshemmern (Anti-Baby-Pille) oder Hormonpräparaten, die das hormonelle Gleichgewicht wiederherstellen, sinnvoll sein.

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Prognose

Eine genaue Aussage über die Prognose ist nicht möglich, da die Beschwerden von Frau zu Frau und von Mal zu Mal unterschiedlich stark und ausgeprägt sind und von jeder Frau subjektiv empfunden werden.

Nicht jedes prämenstruelle Syndrom ist behandlungsbedürftig. Allerdings kann ein unbehandeltes prämenstruelles Syndrom starke Beschwerden verursachen, die die betroffene Frau erheblich in ihrem Privat- und Berufsleben einschränken. Deshalb ist eine ärztliche Behandlung bei schweren Formen des prämenstruellen Syndroms in jedem Fall sinnvoll.

Mit dem Einsetzen der Regelblutung lassen die Beschwerden normalerweise von alleine nach bis sie nach 1 bis 2 Tagen wieder verschwunden sind.