Blasenentzündung


Blasenentzündungen, lat. Zystitis, stellen eine weit verbreitete Erkrankung dar. Etwa 50-70% Prozent aller Frauen leiden mindestens einmal in ihrem Leben an einer Infektion der Harnblase. Bei Männern tritt die Krankheit bis zum 50. Lebensjahr selten auf.

Funktion der Harnblase

Die Blase ist ein Teil der ableitenden Harnwege, bestehend aus

  • den Harnleiter
  • der Blase
  • der Harnröhre

Die Nieren filtern Stoffwechselprodukte aus dem Blut und bilden den Urin. Dieser gelangt über die Harnleiter in die Blase. Von dort aus scheidet der Mensch den Urin über die Harnröhre aus.

Schematische Darstellung des Urinsystems
Von oben nach unten: Nieren, Harnleiter, Blase, Harnröhre © Sebastian Kaulitzki / Fotolia

Entzündung der Blase

Von einer Zystitis ist die Rede, wenn in der Harnblase ein Entzündungsherd sitzt. Breitet sich die Infektion auf die Niere aus, diagnostiziert der Arzt eine Nierenbeckenentzündung.

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Die Medizin unterscheidet akute und chronisch wiederkehrende Harnwegsinfekte. Darüber hinaus gibt es komplizierte Entzündungen, zum Beispiel während einer Schwangerschaft oder bei organischen Funktionsstörungen der Blase. Von einer unkomplizierten Zystitis sprich der Mediziner, wenn keine Faktoren vorliegen, die eine Entzündung begünstigen.

Symptome einer Zystitis

Der medizinische Laie erkennt eine Blasenentzündung unter anderem an folgenden Beschwerden:

  • häufiger Harndrang
  • stechende Schmerzen beim Wasserlassen
  • Rotfärbung des Urins
  • krampfartige Schmerzen im Unterleib
  • Abgeschlagenheit
  • Fieber

Leichte Beschwerden deuten möglicherweise auf eine Verkühlung hin, die durch häufiges Trinken und Wärme meist von selbst abklingt.

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Bleiben die Symptome über mehrere Tage akut oder verschlimmern sich, muss der Betroffene unbedingt einen Arzt aufsuchen. Auch Fieber und das Gefühl, krank zu sein, zeigen Ihnen, dass ein Arztbesuch zwingend notwendig ist.

Hinweis: Ohne Labordiagnostik ist eine Zystitis nicht abschließend feststellbar. Dazu ist in jedem Fall eine medizinische Untersuchung notwendig.

Arztsuche

Ursachen einer Blasenentzündung

Ein Harnwegsinfekt entsteht meist durch eine bakterielle Infektion. Der Darmkeim Escherichia Coli verursacht 80 % aller Infekte. Selten führen Viren oder Pilze zu einer Zystitis. Die weibliche Harnröhre ist etwa zwei bis vier Zentimeter lang. Bakterien aus dem Darm können somit leichter in die Harnblase vordringen als bei Männern, deren Harnröhre 20-25 cm lang ist. Frauen erkranken demnach häufiger an einer Blasenentzündung.

In der Blase angekommen, besiedeln die Keime die Blasenschleimhaut und verursachen dort eine Entzündung. In vielen Fällen ist auch die Harnröhre betroffen und verursacht zusätzliche Schmerzen. Der Körper reagiert auf die Infektion durch die Erhöhung der Menge weißer Blutkörperchen (Leukozyten), die als Abwehrkräfte fungieren. In schwereren Fällen setzt das Immunsystem auf Fieber zur Keimabwehr.

Risikofaktoren sind

  • Unterkühlung von Füßen oder Unterleib, da sie die Durchblutung der Organe reduziert
  • Zu wenig trinken, so dass sich Bakterien in der Blase einnisten können

Diagnose einer Blasenentzündung

Im Rahmen der medizinischen Untersuchung fragt der Arzt nach den Symptomen. Zusätzlich benötigt er eine Urinprobe. Idealerweise gehen Sie beim Verdacht auf eine Zystitis bereits morgens zum Arzt. Der Morgenurin erleichtert eine eindeutige Diagnose.

Das Labor untersucht den Urin unter anderem auf weiße Blutkörperchen (Abwehrzellen), Blut (Anzeichen einer akuten Entzündung) und Nitrit (Ausscheidung der Keime).

Urinuntersuchung bei Verdacht auf eine Blasenentzündung
© Gerhard Seybert / Fotolia

Therapeutische Maßnahmen

Ärzte setzen bei akuten, unkomplizierten Infekten gerne auf Breitbandantibiotika. Je nach Schwere der Erkrankung müssen Sie die Tabletten drei bis fünf Tage einnehmen und zu einer Kontrolluntersuchung erscheinen.

Bei Patienten mit wiederkehrenden, sogenannten rezidivierenden Infektionen überweist Sie der Hausarzt zum Urologen. Unter Umständen verschreibt dieser eine Langzeitprophylaxe. Das bedeutet, Sie nehmen über mehrere Monate ein spezielles Antibiotikum in geringer Dosis ein.

Frauen in der Menopause mit wiederkehrenden Harnwegsinfekten können von einer Östrogen-Therapie profitieren.

Achtung: Informieren Sie Ihren Arzt unbedingt über alle Medikamente, die Sie zusätzlich einnehmen. Einige Wirkstoffe der Antibiose interagieren zum Beispiel mit bestimmten Antidepressiva. Möglicherweise treten schwerwiegende Nebenwirkungen auf, etwa die Verschlechterung der psychischen Verfassung. Beziehen Sie in solchen Fällen den Facharzt mit ein.

Hausmittel und Verhaltensregeln

Erste Hilfe bei einer Zystitis leisten ein heißer Blasen- und Nierentee sowie Wärme. Achten Sie besonders darauf, dass Füße und Beckenbereich nicht auskühlen. Ein heißes Bad und Ruhe sorgen ebenfalls für spürbare Entlastung.

Schmerzmittel kommen idealerweise nur bei starken Schmerzen zum Einsatz.

Viele Frauen schwören auf die Wirkung von Cranberrysaft oder -Kapseln. Die Theorie, dass durch die Beeren der PH-Wert des Urins sinkt und die Keime am Wachsen hindert, gilt inzwischen als überholt. Cranberrys enthalten den Stoff Proanthocyanidin. Forscher vermuten, dass das Proanthocyanidin die Bakterien daran hindert, an der Blasenschleimhaut anzudocken. Die Wissenschaft hat das Rätsel um die genaue Wirkung der Moosbeere bis heute noch nicht vollständig aufgedeckt.

Als Alternative geben Apotheken unterschiedliche Präparate mit Beerentraubenblättern Apotheken rezeptfrei ab.

Hinweis: Jede Selbstbehandlung stößt an Grenzen. Nämlich dann, wenn die Beschwerden nach maximal drei Tagen nicht deutlich nachlassen. Eine unkomplizierte Blasenentzündung ist unangenehm, aber nicht gefährlich. Wenn sie jedoch nicht oder zu spät einen Arzt konsultieren, besteht die Gefahr einer Nierenbeckenentzündung – und die kann durchaus gefährlich werden.

Arztsuche

Vorbeugen statt behandeln

Für pubertierende Jungen und Mädchen ist es wichtig, dass sie sich über den Aufbau der Harnwege und die anatomische Nähe zu den Sexualorganen informieren. Beide Partner profitieren von einer umfassenden Intim- und Sexualhygiene; Frauen noch mehr als Männer.

Allgemeine Maßnahmen, wie gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sind im Rahmen der Zystitis-Prophylaxe ebenfalls empfehlenswert. Zuviel Stress hemmt die Immunabwehr. Sorgen Sie für regelmäßige Entspannung und ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeit und Freizeit.

Gute Besserung!